Bundesumweltminister Sigmar Gabriel stellt 8-Punkte-Plan zur CO2-Senkung vor
Donnerstag 26. April 2007Nach Angaben von Sigmar Gabriel kann Deutschland den Ausstoß von Kohlendioxid bis 2020 um 40 Prozent gegenüber dem Basisjahr 1990 reduzieren. In einer Regierungserklärung vor dem Deutschen Bundestag am 26. April 2007 hat der Bundesumweltminister erläutert, mit welchen Maßnahmen die Bundesregierung dieses ehrgeizige Ziel erreichen will. Ins Zentrum eines 8-Punkte-Plans stellte er dabei die massive Senkung des Energieverbrauchs, den Neubau effizienterer Kraftwerke und den drastischen Ausbau der Erneuerbaren Energien.
Die EU-Staats- und Regierungschefs haben sich darauf verständigt, die CO2-Emissionen in Europa bis 2020 um 30 Prozent zu reduzieren, wenn ein neues internationales Klimaschutzabkommen zustande kommt. Nach einem Beschluss des Bundestages müsste Deutschland seinen Ausstoß von Treibhausgasen dann um 40 Prozent verringern. Dafür stellt Gabriel acht konkrete Maßnahmen vor:
- Reduktion des Stromverbrauchs um 11 Prozent durch massive Steigerung der Energieeffizienz (Einsparvolumen: 40 Millionen Tonnen)
- Erneuerung des Kraftwerksparks durch effizientere Kraftwerke (30 Millionen Tonnen)
- Steigerung des Anteils der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung auf über 27 Prozent (55 Millionen Tonnen)
- Verdoppelung der effizienten Nutzung der Kraft-Wärme-Kopplung auf 25 Prozent (20 Millionen Tonnen)
- Reduktion des Energieverbrauchs durch Gebäudesanierung, effiziente Heizungsanlagen und in Produktionsprozessen (41 Millionen Tonnen)
- Steigerung des Anteils der erneuerbaren Energien im Wärmesektor auf 14 Prozent (14 Millionen Tonnen)
- Steigerung der Effizienz im Verkehr und Steigerung des Anteils der Biokraftstoffe auf 17 Prozent (30 Millionen Tonnen)
- Reduktion der Emissionen von anderen Treibhausgasen wie zum Beispiel Methan (40 Millionen Tonnen).
In seiner Rede betonte Sigmar Gabriel, dass zur Umsetzung des Planes ein Umbau der Industriewirtschaft notwendig sei. Gerade dies bringe Deutschland jedoch große ökonomische Chancen – gerade für den Export. Auch sprach er die Verantwortung jeden Einzelnen für den Klimaschutz im Alltag an: richtiges Lüften um Heizenergie zu sparen, Vermeidung von Standby-Verlusten, Kauf von stromsparenden Elektrogeräten – all dies spare Geld und schränke die Lebensqualität kein bisschen ein.
Laut Gabriel sei der Zeitpunkt für eine konsequente Klimaschutzpolitik so günstig wie heute und noch nie sei die internationale Staatengemeinschaft so entschlossen und geschlossen für entschiedenes Handeln gewesen. Daher plädierte er vor den Abgeordneten dafür, diese Stimmung für einen Umschwung in der Klimaschutzpolitik zu nutzen.