Fossile Energie klimafreundlicher erzeugen

BER - 22.01.09 - Ungeachtet des Booms der erneuerbaren Energien werden fossile Energieträger mittelfristig noch eine bedeutende Rolle spielen. Vor allem die Schwellenländer setzen zur Deckung ihres Energiehungers auf Kohle. Der Herausforderung, die Verstromung CO2-ärmer zu gestalten, widmet sich das Cooretec-Projekt, dessen Ergebnisse nun vorliegen.

Das COORETEC-Konzept ist auf Initiative des Bundeswirtschaftsministeriums entstanden. Den Hintergrund für diese Initiative bildet ein sich abzeichnender energiepolitischer Zielkonflikt. Einerseits sind fossile Energieträger in den kommenden Dekaden unverzichtbar zur wirtschaftlichen Sicherung der Stromversorgung, anderseits ist die Nutzung fossiler Energieträger mit heute verfügbaren Technologien im Hinblick auf umweltpolitische Gesichtspunkte nicht unproblematisch. Ein Kreis von 100 Experten hat innerhalb von 12 Monaten mit COORETEC aufgezeigt, wie dieser Zielkonflikt durch technologische Innovationen im Bereich Kraftwerkstechnik aufzulösen ist.

COORETEC-Endbericht liegt vor

Innerhalb der kommenden 20 Jahre müsssen etwa 30% des deutschen Kraftwerksparks, also 40.000 Megawatt, erneuert werden. Hier bietet sich die Chance, Kohle und Gas auf die künftigen Anforderungen technologisch vorzubereiten. In Europa ist die Situation mit einem geschätzten Bedarf von 200.000 Megawatt Ersatzkapazitäten analog. Nur wenn es gelingt, Strom aus fossilen Energieträgern nicht nur höchst effizient und kostengünstig zu gewinnen, sondern im Bedarfsfall auch emissionsfrei, dann bieten Kohle und Gas eine realistische Option in der Energieversorgung.

Genau hier setzt das COORETEC-Konzept an. Leitbild ist das emissionsfreie fossil befeuerte Kraftwerk. Die Technologieentwicklung soll künftig auf 2 Pfaden parallel vorangetrieben werden. Der erste Pfad zielt auf die Effizienzsteigerung und der zweite auf Kohlendioxid-Abtrennung und sichere Speicherung. Der erste Pfad bildet die Fortsetzung der bisherigen Forschungsschwerpunkte. Durch Maßnahmen zur Effizienzverbesserung lassen sich bis 2020  Brennstoffbedarf und Kohlendioxidemissionen um weitere 20% reduzieren. Neu an COORETEC ist, dass nun gleichzeitig parallel neue Technologien und neue Kraftwerkskonzepte entwickelt werden, um Kohlendioxid kostengünstig und verlustarm am Kraftwerk abzutrennen und anschließend  sicher zu speichern. Ziel bis 2020 ist es, die Kosten der Rückhaltung auf ca. 20 bis 30 US-Dollar je Tonne CO2  zu begrenzen und gleichzeitig die Effizienz der Kohleverstromung auf 53% und die der Energieerzeugung aus Gas auf 61% zu steigern.

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