Schottisches Pilotprojekt leitet CO2 in Kohleflöze
Montag 09. Juni 2008Die Suche nach sicheren Speicherorten für abgeschiedenes Kohlendioxid drängt mehr denn je. Chris Davies, britischer Abgeordneter im Europaparlament, fordert, dass bis 2025 alle fossil befeuerten Kraftwerke mit CCS-Technologie ausgestattet werden. In Schottland wird nun getestet, ob Kohleflöze sich zur Speicherung des Treibhausgases eignen.
Erdöl und Gas als fossile Energieträger werden immer knapper und vor allem teuerer. Nach Ansicht der unabhängigen Energy Watch Group ist das Fördermaximum bereits überschritten. Der Energiebedarf der Menschheit wird indes weiter wachsen. Nach Ansicht führender Ökonomen kann Kohle einen Teil des Bedarfs decken, insbesondere weil die Reichweite der Vorkommen deutlich höher ist als bei Öl. Im Hinblick auf die ehrgeizigen Ziele zur Reduktion von CO2 und anderen Treibhausgasen muss die Kohlekraft klimafit werden.
Schottische Wissenschaftler erproben derzeit die Einleitung von Kohlendioxid in kohlehaltige Erdschichten. Das zweitgrößte britische Kohlekraftwerk Longannet könnte auf diese Weise von der Dreckschleuder zum Vorzeigeprojekt werden. Neben der Einlagerung des CO2's versprechen sich die Forscher einen weiteren positiven Effekt: Das eindringende Kohlendioxid setzt Flözgas frei, das wertvolles Methan enthält. Einer Studie des Energieberaters Wood Mackenzie zufolge ließen sich in ungenutzten Kohleflözen auf diese Weise 300 Milliarden Tonnen CO2 speichern und gleichzeitig 30 Billionen Kubikmeter Methan gewinnen.
Besonders interessant könnte das Verfahren für Länder sein, die nicht über geeignete andere Lagerstätten für CO2 verfügen. Besonders in China, dass derzeit den Ausbau der Kohlekraft massiv vorantreibt, finden sich nach Angaben der niederländischen Forschungseinrichtung TNO kaum adäquate Gesteinsschichten. Kohleflöze existieren hingegen zuhauf. Bislang ist die schottische Technologie noch in der Entwicklung. Doch auch die EU und China haben Potenzial erkannt und erforschen die CO2-Speicherung in Kohlelagerstätten in einem gemeinsamen Projekt in Kattowitz (PL).
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